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Freundschaft
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Freundschaft bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes VerhĂ€ltnis von Menschen zueinander,cite-ref-1[1] das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet. Eine in einer freundschaftlichen Beziehung stehende Person heißt Freund beziehungsweise Freundin. Freundschaften haben eine herausragende Bedeutung fĂŒr Menschen und Gesellschaften. Schon antike Philosophen wie Aristoteles und Marcus Tullius Cicero haben sich mit der Freundschaft auseinandergesetzt.

Im ĂŒbertragenen Sinne bezeichnet Freundschaft ein gutes und oft vertraglich geregeltes politisches VerhĂ€ltnis zwischen Völkern oder Nationen (zum Beispiel „deutsch-französische Freundschaft“). Das Gegenteil von Freundschaft ist Feindschaft.

Contents

‱ Soziologie
‱ Aristoteles
‱ Mittelalter
‱ Montaigne
‱ Romantik
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Wortgeschichte

Bis ins 17. und 18. Jahrhundert wurde im Deutschen sprachlich nicht zwischen erworbener und angeborener Freundschaft unterschieden, sodass „Freundschaft“ und „Verwandtschaft“ synonym gebraucht werden konnten. Auch in vielen Dialekten ist die Bedeutung Freund = Verwandter bis in die Gegenwart durchaus ĂŒblich.cite-ref-0-2-0[2]

Das Wort Freund als ‚Vertrauter, jemandem innerlich verbundener Mensch‘ bildete sich vom althochdeutsch friunt im 8. Jahrhundert, mittelhochdeutsch vriunt ‚Freund, NĂ€chster, Geliebte(r), Verwandte(r)‘ als Substantivierung des Partizip PrĂ€sens von asĂ€chs. friohon, aeng. frēogan, anord. frjĂĄ, got. frijƍn ‚lieben‘, welches zu der unter frei subsumierten Wurzel gehört. Davon abgeleitet bezeichnet Freundschaft fĂŒr das ‚VertrauensverhĂ€ltnis‘, ahd. friuntscaf (8. Jh.), -scaft (11. Jh.), mhd. vriuntschaft, auch ‚Blutsverwandtschaft‘.cite-ref-3[3]

Vriunt bezeichnet neben dem durch Sympathie und Vertrauen Verbundenen bis in die Mundarten der Gegenwart auch den Blutsverwandten. Dieser wird seit dem 15. Jahrhundert ĂŒberwiegend mit dem Zusatz „angeborener“ oder „gesippter“ Freund bezeichnet. Die Bedeutung umfasst eine, auf Grund bestimmter UmstĂ€nde „freundlich gesinnten Person“ (seit dem 13. Jh.), einen „(gleichberechtigten) Partner mit ĂŒbereinstimmenden Zielen, Interessen“ und einen „mĂ€nnlichen Geliebten, Lebenspartner (einer Frau)“, der von der allegorischen Bedeutung „von Christus als Geliebtem der Seele“ abgeleitet ist. Freund wird auch als Bezeichnung fĂŒr ein Tier „zu dem eine persönliche, einer menschlichen Freundschaft nachempfundene emotionale Bindung aufgebaut“, gebraucht.cite-ref-0-2-1[2]

Regional werden in Mitteldeutschland, SĂŒddeutschland, Österreich und der Schweiz, meist umgangssprachlich Spezicite-ref-4[4] oder Spezelcite-ref-1-5-0[5]cite-ref-6[6] als Synonyme fĂŒr Freund gebraucht. Die Bedeutung entstammt einer VerkĂŒrzung von „Spezial (2. HĂ€lfte 18. Jh.), Ă€lter specialer Freund (1. HĂ€lfte 18. Jh.), Specialfreund (2. HĂ€lfte 17. Jh.).“cite-ref-7[7] Heute ist damit ein „besonders guter, intimer Freund“cite-ref-1-5-1[5] gemeint. Zur sprichwörtlichen Speziwirtschaft (österr.: Freunderlwirtschaft), siehe auch Nepotismus.

Einen Busenfreund nannte man im 18. Jahrhundert einen „sehr vertrauten Freund“. Heute wird dieser Ausdruck nur noch ironisch verwendet. Aktuelle Entsprechungen sind die umgangssprachlich verwendeten Bezeichnungen bester Kumpel, Homie oder Buddy .cite-ref-8[8]

Soziologie

Begriffsbestimmung

Der Soziologe Ferdinand Tönnies weist auf den Aspekt der Gleichheit als Basis fĂŒr Freundschaft hin: Freundschaft sei „am ehesten gegeben durch Gleichheit oder Ähnlichkeit des Berufes oder der Kunst“.cite-ref-9[9] Er vertritt die Auffassung, dass Arbeit einander verbinde und Freundschaften entstehen lasse, und als geistiges Band der Beteiligten wirke. Freundschaft ist laut Tönnies mentaler Natur und beruht auf Zufall oder freier Wahl. Freundschaft sei als „Gemeinschaft des Geistes“ kategorisiert.cite-ref-10[10]

Georg Simmel beschreibt in seinem Standardwerk Soziologie (1908) die Freundschaft differenziert und als graduelles PhĂ€nomen. Freundschaft fĂ€ngt fĂŒr ihn in dem Moment an, in dem sich zwei Menschen kennenlernen, also um ihre gegenseitige Existenz wissen. Von dieser Basis aus können die beiden verschieden weit in die „SphĂ€re“ des anderen eindringen. Die Tiefe und der Umfang des Eindringens hĂ€ngen von dem ab, was preisgegeben werden soll. Diese Grenze ist in der Freundschaft bekannt – der andere wird sie nicht einfach ĂŒberschreiten. Einen Sonderfall der Freundschaft sieht Simmel in der Ehe: Das hĂ€ngt zum einen damit zusammen, dass die Ehe ihren Charakter gewandelt hat. War bei Montaigne die Ehe noch ein Handel, so ist die Ehe in der Moderne eher von Liebe gekennzeichnet. Wenn die Ehe also eine Liebesbeziehung ist, so wirkt ein freundschaftliches Element.

Siegfried Kracauer beschreibt Freundschaft als das engste geistige VerhĂ€ltnis, das die loseren Beziehungen der Kameradschaft, Fachgenossenschaft und Bekanntschaft mit einfasst. Er beschreibt die wahrhafte Freundschaft, die fĂŒr ihn in der Pflege Ă€hnlicher Gesinnungen besteht und gemeinsame Entwicklungen voraussetze. Es mĂŒsse eine Übereinstimmung in den Idealen und im Welt- und Menschenbegreifen vorhanden sein. Freundschaft sei auch durch das Wachstum mit- und durcheinander geprĂ€gt: „WĂ€hrend ich ĂŒberall sonst genötigt bin, mich in tausenden Lebenskreisen zu zersplittern, hier ein StĂŒckchen zu nehmen, dort ein Quentchen zu geben, darf ich ihm so gesammelt und umfĂ€nglich nahen, wie ich bin und wie ich mich fĂŒhle. Meine Existenz ist ihm voll gegenwĂ€rtig, er kennt mein VerhĂ€ltnis zu den Menschen, und versteht, warum ich so und nicht anders handeln muss, denn noch zu dem widersprechendsten Tun hat er die inneren VerbindungsfĂ€den in HĂ€nden.“cite-ref-11[11]

FĂŒr Robert R. Bell beinhaltet Freundschaft folgende Aspekte: “[
] friends must be seen as equals by one another. [
] friendship is seen as voluntaristic and highly personal [
] the development of friendship is based on private negotiations and is not imposed through cultural values or norms.”cite-ref-12[12] Demzufolge sieht auch er die Gleichheit als wichtigen Aspekt in Freundschaften. Freundschaft sei freiwillig und persönlich, und die Entwicklung von Freundschaft basiere auf privaten Verhandlungen und wird nicht von kulturellen Werten oder Normen beeinflusst.

Im Wörterbuch der Soziologie wird Freundschaft von Karl-Heinz Hillmann beschrieben als: „soziologisch schillernder Begriff fĂŒr eine besonders persönlich gefĂ€rbte Form direkter sozialer Beziehungen, die – ohne spezifische Rollenverpflichtung – freiwillig und auf lĂ€ngere, nicht fixierte Dauer eingegangen wird“.cite-ref-13[13]

In Abgrenzung zu anderen sozialen Beziehungen erlĂ€utern Argyle & Henderson Freundschaft als eine Form der menschlichen Beziehungen, die nicht, wie die Ehe, durch eine Zeremonie begrĂŒndet sei und auch nicht, wie zwischen Arbeitskollegen oder Verwandten, abhĂ€ngig von irgendwelchen RollenbezĂŒgen. Freundschaft umschließe Menschen, die einander mögen und gern gemeinsam bestimmte Dinge unternehmen. Des Weiteren sei Freundschaft freiwillig und ohne klar umrissene Regeln.cite-ref-14[14] FĂŒr Robert Hays ist Freundschaft ein flexibler, dynamischer und multidimensionaler Prozess, dessen Struktur und Funktionen je nach beteiligten Individuen, dem Umfeld und dem Entwicklungsstand der Freundschaft variieren.cite-ref-15[15]

Ann Elisabeth Auhagen definiert Freundschaft als „[
]eine dyadische, persönliche und informelle Sozialbeziehung [
] die Existenz der Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit. [
] Freundschaft besitzt fĂŒr jeden der [
]Freunde einen Wert, welcher unterschiedlich starkes Gewicht haben und aus verschiedenen inhaltlichen Elementen zusammengesetzt sein kann.“cite-ref-16[16] Ursula Nötzoldt-Linden definiert Freundschaft als: „eine auf freiwilliger Gegenseitigkeit basierende dyadische, persönliche Beziehung zwischen nicht verwandten, gleichgeschlechtlichen Erwachsenen in einer Zeitspanne“.cite-ref-17[17]

Siehe auch

:

Freundschaftsparadox

und

Freundschaftssoziologie

Kulturelle PrÀgung des Freundschaftskonzepts

Die Ausgestaltung von Freundschaften hĂ€ngt auch von den Lebensbedingungen ab, die sich von Kultur zu Kultur oft stark unterscheiden und sich im Lauf der Zeit Ă€ndern. So ist der Freundschaftsbegriff in Deutschland und Frankreich von der Vorstellung einer „Seelenverwandtschaft“ geprĂ€gt, die sich im literarischen Freundschaftskult des 18. Jahrhunderts widerspiegelt (vgl. Göttinger Hainbund). Voraussetzung fĂŒr ein solches Freundschaftskonzept war unter anderem die zunehmende MobilitĂ€t, die die Zwangsbindung ans Geburtsmilieu lockerte und eine Wahl des eigenen sozialen Umfeldes (Freunde, Sexualpartner) ermöglichte.

In Nordamerika ist ein vor allem auf die GefĂŒhlswelt ausgerichtetes VerstĂ€ndnis der Freundschaft kulturgeschichtlich weniger verwurzelt. Die rĂ€umliche und soziale MobilitĂ€t der Bevölkerung ist hier insgesamt höher als in Europa, vor allem in den höheren sozialen Schichten. Deshalb wird die FĂ€higkeit, in einer neuen Umgebung schnell Kontakte zu schließen und Anschluss zu finden, als sehr wichtig erachtet. Die Pflege „tiefer“ Beziehungen ist in EinwanderungslĂ€ndern wie den USA weitaus stĂ€rker als in Europa der Familie vorbehalten.

Bei Personen, die rĂ€umlich voneinander getrennt leben mussten, war frĂŒher das Schreiben von Briefen ein wichtiges Mittel zur Pflege der Freundschaft. Im 20. Jahrhundert hat die allgemeine MobilitĂ€t enorm zugenommen. Errungenschaften wie das Telefon ermöglichten die Pflege von Freundschaften auch ĂŒber große Entfernungen hinweg (siehe auch Fernbeziehung).

Durch die mittlerweile weitverbreitete private Nutzung des Internets können Freundschaften noch schneller und auch gezielter gefunden werden. Social Media ermöglichen darĂŒber hinaus unkomplizierte „Freundschaften“ auch ohne persönliche Begegnung. In virtuellen sozialen Netzwerken können Benutzer sehr viele „Freunde“ haben, auch solche, die sie nie gesehen haben, von denen sie kaum etwas wissen und die sie auch nicht persönlich kennenlernen wollen.

Philosophie

Aristoteles

Aristoteles betonte in seiner Nikomachischen Ethik drei Motive, um Freundschaften einzugehen: Freundschaft um des Wesens willen, des Nutzens willen und der Lust willen. Freundschaft ist fĂŒr ihn eine eigenstĂ€ndige Sozialbeziehung, die in der Gemeinschaft höchst notwendig und nicht mit anderen Bindungen identisch ist. Dabei betont er die Wichtigkeit der Gleichheit der Beteiligten, dass gemeinsames Aufwachsen und Gleichaltrigkeit großen Einfluss auf Freundschaft habe: „Vollkommene Freundschaft von trefflichen Charakteren, die gleich sind“. Treffliche seien einander gut, nĂŒtzlich und angenehm. „Freundschaft hat Werte und Lust zum Ziel und beruht auf Wesensgleichheit.“cite-ref-18[18]

FĂŒr Aristoteles ist die Freundschaft wichtiger Bestandteil einer funktionierenden (Polis-)Gesellschaft. Noch höher als die Gerechtigkeit soll der Staat die Freundschaft schĂ€tzen. In der griechischen Polis gab es keine öffentlichen Dienste wie Polizei und Feuerwehr, so war jeder auf das Wohlwollen des anderen angewiesen. Wer in Ämter gewĂ€hlt werden wollte, musste sich das Wohlwollen der Menschen sichern. Eine Reihe der als „Freundschaft“ bezeichneten VerhĂ€ltnisse wĂŒrde heute nicht mehr unbedingt als solche bezeichnet. Im Altgriechischen bedeutet das Wort philia allerdings sowohl „Freundschaft“ als auch „Liebe“ und kann folglich in diesem weiteren Sinn benutzt werden.

Aristoteles hĂ€lt Freundschaft nicht fĂŒr ein graduelles PhĂ€nomen, bei dem einem der eine Mensch mehr Freund ist als der andere, sondern er kategorisiert die verschiedenen Freundschaften. Als erstes teilt er sie in die „Freundschaft unter Gleichen“ und die „Freundschaft unter Ungleichen“ und schließt gleichzeitig die Freundschaft zu unbeseelten Dingen aus. Aristoteles bezieht sich mit dieser Philia-Systematik auf Platons Dialog Lysis, in dem kategorial souverĂ€n und kĂŒnstlerisch spielend das Problem der selbstlosen Freundschaft entfaltet wird.

Die Freundschaft unter Gleichen gilt fĂŒr gleichgestellte BĂŒrger, sie sind einander ebenbĂŒrtig. Diese Freundschaft unterteilt er weiter in Nutzen-, Lust- und Tugendfreundschaft. Die Nutzenfreundschaft bringt die Menschen zu einem Zweck zusammen. FĂ€llt dieser Zweck weg, ist die Freundschaft gefĂ€hrdet. Ähnliches gilt fĂŒr die Lustfreundschaft, die rein affektiv begrĂŒndet ist. Diese beiden Arten sind akzidentiell und labil. Stabil dagegen ist die Tugend- oder Charakterfreundschaft. Sie ist die Freundschaft um des Freundes willen. Hier kommt Aristoteles’ Mesotes-Lehre ins Spiel, deren Maxime zufolge das Maßhalten der Weg zu einem tugendhaften und erfĂŒllten Leben ist. Sind sich zwei Personen in ihrer Tugendhaftigkeit Ă€hnlich, so ist das die Voraussetzung fĂŒr die vollkommene Freundschaft. Wie fĂŒr jegliche Tugend gilt auch fĂŒr die Freundschaft bei Aristoteles, dass sie durch wiederholtes Handeln zur Gewohnheit werden muss. Freundschaft wird nur im alltĂ€glichen Umgang ausgeĂŒbt. Die Teilhabe am Leben des Freundes und damit die rĂ€umliche NĂ€he sind nach Aristoteles fĂŒr eine Freundschaft unerlĂ€sslich.

Die Freundschaft unter Ungleichen bei Aristoteles wĂŒrde vermutlich eher als Ehrerbietung bezeichnet. Sie beschreibt nicht nur das VerhĂ€ltnis zwischen den Generationen, sondern auch das VerhĂ€ltnis des Menschen zum Staat. So muss nach Aristoteles die Asymmetrie der Hierarchie durch einen Mehraufwand von philia seitens des Unterlegenen ausgeglichen werden. Der Sohn muss dem Vater mehr Respekt entgegenbringen als umgekehrt, so wie der BĂŒrger mehr in den Staat investiert, als er unmittelbar zurĂŒckbekommt.

Siehe auch: Plotin, Augustinus

Freundschaft in der Literatur

Literarisch ist die Freundschaft seit der Antike immer wieder thematisiert worden und erzĂ€hlt in der Literatur der Antike und des Mittelalters vor allem die Freundschaft von MĂ€nnern. Diese homosoziale Konstellation ist wohl darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass ein Freund zunĂ€chst ein KampfgefĂ€hrte ist. In Homers Epos Ilias sind Achilleus und Patroklos treue Freunde, wobei die Bezeichnung philia nicht fĂ€llt. Patroklos ist ein „GefĂ€hrte“. Je nach Definition von Freundschaft verschwimmen die Grenzen zu Konstellationen von Herr und Diener, ReisegefĂ€hrten, engen Verwandten wie z. B. BrĂŒdern oder engen politischen BĂŒndnissen. Besonders in heroischen Texten und Freundschaftssagen wird (MĂ€nner-)Freundschaft in erster Linie in Verbindung mit Gefahren erzĂ€hlt. Das kann den bloßen Beistand oder die Stellvertretung des Freundes meinen, reicht jedoch bis zur (tödlichen) Selbstopferung. Die Freundschaft ist jedoch nicht nur SĂŒtze fĂŒr Helden (und seltener Heldinnen), sondern kann auch eine PrĂŒfung sein. Sie kann in Konkurrenz zu anderen sozialen Bindungen (Familie, Gefolgschaft, seltener Liebe oder Ehe) treten oder als falsche oder vorgebliche Freundschaft eine Gefahr darstellen. Besonders gefĂ€hrlich sind untreue Freunde, die sich als Feinde herausstellen. Zweifel an einer Freundschaft sind in der Literatur ebenfalls verbreitet.cite-ref-20[19.1] Ein Motiv, das seit den AnfĂ€ngen der Literaturgeschichte kulturĂŒbergreifend traditionsbildend gewirkt hat, ist der Freundschaftsbeweis (ATH 893), der die Unterscheidung wahrer von falschen Freunden ins Zentrum stellt. HĂ€ufig kommt sie in lehrhaften ErzĂ€hlungen und Exempelsammlungen vor. Die ErzĂ€hlungen simulieren eine Situation ernster Bedrohung, die durch den Vater inszeniert wird. Der unerfahrene Sohn bittet daraufhin seine vermeintlichen Freunde, meist Tischgesellen in großer Not um Hilfe. Sie lassen ihn jedoch im Stich. Die Freundschaftsprobe, wie sie auch genannt wird, steht in inhaltlicher NĂ€he vieler bis heute gebrĂ€uchlicher Sprichwörter wie beispielsweise: Den wahren Charakter eines Menschen erkennst du daran, wie er mit dir umgeht, wenn er dich nicht mehr braucht.cite-ref-21[20]

Eine besondere Rolle kommt in MĂ€rchen und Sagen die Freundschaft von Tieren untereinander zu. Tiere gehen gemeinsam auf Wanderschaft, um der Bedrohung durch Menschen zu entkommen, wie etwa in den Bremer Stadtmusikanten, und werden dabei zu Freunden. Diese Freundschaften beruhen immer auf einer Struktur von Gefahr und anschließender Rettung und/oder Rache. Fabeln thematisiert hĂ€ufiger ungleiche Tiere, die als Vorbilder fĂŒr ungleiche Menschen und deren komplizierte Beziehungen stehen.cite-ref-22[19.2] Tiere treten ĂŒberdies als stĂ€ndige Begleiter und Freunde von Menschen in der Literatur auf.cite-ref-23[19.3]

Andere nicht-menschliche Gestalten, die die Position eines Freundes einnehmen können, sind ĂŒbernatĂŒrliche Wesen wie Götter (beispielsweise Loki, der Trickster) oder verschiedene mythologische Gestalten wie Zwerge oder Kobolde. Sie sind je nach GlĂŒck oder UnglĂŒck bzw. je nach Verhalten der Figuren Gut und Böse in einem. HĂ€ufig helfen sie der Hauptfigur, wĂ€hrend sie den Feinden Schaden zufĂŒgen.cite-ref-24[19.4]

Einige Beispiele fĂŒr Freunde in klassischen Werken:

‱ In der römischen Dichtung erscheint bei Cicero z. B. das Freundespaar Scipio – Laelius und bei Vergil das Freundespaar Euryalus und Nisus.
‱ Ein mustergĂŒltiges Freundespaar aus der hebrĂ€ischen Bibel sind David und Jonatan.
‱ Bei dem Renaissance-Dichter Boccaccio treten die Freundespaare Pandarus und Troilos sowie Athis und Prophilias in Erscheinung.
‱ In William Shakespeares Komödie Der Kaufmann von Venedig sind Antonio und Bassanio Freunde. In Shakespeares Tragödie Hamlet ist Horatio mit Hamlet befreundet.
‱ Die aus dem Freundschaftsmotiv von Damon und Phintias inspirierte Ballade Die BĂŒrgschaft von Friedrich Schiller ist ein Musterbeispiel fĂŒr die Darstellung unbedingten Vertrauens in einer freundschaftlichen Beziehung.
‱ Jean de La Fontaine entwirft ein Bild gelungener Freundschaft in seiner Fabel Die zwei Freunde.
‱ In Hesses Unterm Rad wird der unglĂŒckliche Verlauf einer Freundschaft geschildert. In Narziß und Goldmund verkörpern die Freunde zwei gegensĂ€tzliche Lebenseinstellungen, Geist und Sinnlichkeit.

Mittelalter

Die Epik des Mittelalters kennt zahlreiche Freundschaften von literarischen Heldenfiguren. Freundschaften sind vorwiegend als MĂ€nnerfreundschaften konzipiert, die durch eine stĂ€ndische Kampfgemeinschaft bestimmt wird. Das gilt sowohl fĂŒr den höfischen Roman als auch fĂŒr die Heldenepik.cite-ref-25[19.5] Da diese sozialen Bindungen zumeist durch andere Formen wie Vasallentreue oder Sippenzugehörigkeit ĂŒberlagert werden, herrscht in der Germanistischen Forschung vielfach Uneinigkeit darĂŒber, welche dieser Verbindungen als Freundschaft zu bezeichnen sind und wodruch eine Freundschaft definiert ist. Die höfische Tugend der triuwe ist zunĂ€chst einen Rechtsbegriff und bezeichnet die Vertragstreue zwischen Herren und Vasall.cite-ref-26[21] Ähnlich betrachtet der Historiker Gerd Althoff die amicitia fĂŒr das frĂŒhe Mittelalter „nicht als Ausdruck eines subjektiven GefĂŒhls“ sondern als Vertrag, der zu gegenseitiger Hilfe und UnterstĂŒtzung verpflichtete und sogar vererbt wurde.cite-ref-27[22]

In der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts treten zahlreiche, zum Teil als sehr eng beschriebene Beziehungen auf, die mitunter als Freundschaften angesehen werden. Beispielhaft hierfĂŒr ist die Verbindung zwischen den Protagonisten Iwein und Gawain im Artusroman Iwein von Hartmanns von Aue: Die hier wechselnd als „vriundschaft“, „geselleschaft“, „herzeliebe“ oder „minne“ beschriebene Bindung zwischen Gleichgestellten verpflichtet zu gegenseitiger Hilfe und Beratung. Iwein kĂ€mpft Gawein zulieben gegen einen Riesen. Die enge Verbindung von Olivier und Roland wird im Rolandslied zum wesentlichen Handlungselement (wie vorher bereits im französischen Chanson de Roland, 1073/78). Als weitere Beispiele fĂŒr Freundschaften gelten Gunnar und Sigurd (in der Edda), Hagen und Volker (im Nibelungenlied), Gawan und Erec (im Erec et Enide von ChrĂ©tien de Troyes und mittelhochdeutschen Erec). HĂ€ufig stellt sich im Zusammenhang dieser „Freundschaften“ der Konflikt zwischen triuwe gegenĂŒber Verwandten und Freunden und dem Gehorsam seinem Herren gegenĂŒber.cite-ref-28[19.6]

Die Treue von Dienerinnen zu ihren Herrinen wird mitunter als Freundschaft angesehen, so etwa bei BrangÀne in Gotftrieds Tristan oder Lunete in Hartmanns Iwein.cite-ref-29[19.7] Hundecite-ref-30[23] und Pferdecite-ref-31[24] gelten den Helden hÀufig als treue GefÀhrten und Freunde.cite-ref-32[25]

In der geistlichen Literatur des Mittelalters ist Aelreds von Rievaulx De Spirituali Amicitia (12. Jh.) hervorzuheben, der sich mit dem Wesen der (geistlichen) Freundschaft auseinandersetzt und dabei die Positionen verschiedener Philosophen und KirchenvĂ€ter berĂŒcksichtigt.cite-ref-3-33-0[26] „Danach besteht diese [Freundschaft] in der Kommunikation, im vertraulichen GesprĂ€ch, und in der PerspektivenĂŒbernahme in Freude und Leid. Andernorts dagegen wird auf ihre öffentliche Bedeutung verwiesen: Freundschaft ist fĂŒr das soziale Leben notwendig.“cite-ref-4-34-0[27] In seinem Werk zeigt sich die ebenfalls in der erzĂ€hlenden Literatur verbreitete NĂ€he in der Beschreibung von Liebe und Freundschaft.cite-ref-4-34-1[27]cite-ref-3-33-1[26]

Montaigne

Michel de Montaigne (1533–1592) schrieb in seinem Essay Über die Freundschaft vor allem aus einer privaten Perspektive: Unter dem Eindruck der Wirren der französischen BĂŒrgerkriege erlebte er in seiner Freundschaft mit Étienne de La BoĂ©tie bis zu dessen Tod im Alter von nur 33 Jahren ein absolutes Vertrauen. Montaigne geht es nicht wie Aristoteles um die Freundschaft als gesamtgesellschaftliches PhĂ€nomen – er will seiner Freundschaft ein Denkmal setzen und hĂ€lt diese Art Freundschaft fĂŒr einmalig, oder zumindest fĂŒr Ă€ußerst rar. Er teilt die Freundschaft in grob zwei Kategorien: in seine Freundschaft zu Étienne de La BoĂ©tie und die „gewöhnliche Freundschaft“. Diese gewöhnlichen Freundschaften bestĂŒnden nur um gegenseitigen Nutzens willen. Sie seien also labil und böten nicht das Vertrauen seiner Freundschaft.

Des Weiteren hĂ€lt Montaigne Frauen nicht der Freundschaft fĂ€hig – ihnen fehlten die geistigen FĂ€higkeiten, um mit dem Mann mitzuhalten. Er rĂ€umt allerdings ein, dass die Freundschaft zu einer Frau – so sie denn doch ĂŒber die geistigen FĂ€higkeiten verfĂŒgt – noch stĂ€rker sein könne, weil sie Geist, Seele und Körper umfasse. Die Lustfreundschaft zwischen MĂ€nnern, die bei Aristoteles noch eine starke Rolle spielte, lehnt Montaigne schlichtweg ab.

Romantik

In der Romantik spielte die Freundschaft nach einer Zeit des Verlustes traditioneller Bindungen und neuer Unsicherheiten auf Grund von IndividualisierungsschĂŒben im 20. Jahrhundert eine große Rolle. So wurde die gleichgeschlechtliche Freundschaft thematisiert, etwa auch in Freundschaftsbildern. BerĂŒhmt ist die in Briefen gut dokumentierte Beziehung zwischen Clemens Brentano und Achim von Arnim, aber auch der intensive Austausch zwischen Bettina Brentano und Karoline von GĂŒnderrode hat Aufsehen erregt. Diese aufklĂ€rerischen Impulse der Romantik beschrĂ€nkten sich allerdings im Wesentlichen auf die kurze Periode der FrĂŒhromantik. George L. Mosse vertritt schließlich die Position, dass das ganze 19. Jahrhundert das BemĂŒhen durchzog, der Freundschaft diese aufklĂ€rerischen Impulse auszutreiben.

Das Ende der Freundschaft

Freundschaften werden, wenn sie nicht mehr funktionieren, entweder in der Schwebe gehalten, d. h. nur noch mit minimalem Aufwand gepflegt, oder beendet. Wie Arno Frank schrieb, sind solche FreundschaftsabbrĂŒche – anders als Trennungen von Sexualpartnern – in aller Regel nicht von Aussprachen und expliziten AufkĂŒndigungen der Beziehung begleitet, sondern erfolgen fast immer schleichend und ohne aufweisbaren Schlusspunkt. Dies geschieht etwa dadurch, dass der Andere immer seltener kontaktiert wird und auch Kontaktgesuche des anderen schließlich ganz ignoriert werden.cite-ref-35[28]

Siehe auch
Literatur

Philosophie, Ethik

‱ Leon Battista Alberti: Über die Freundschaft [1441]. In: Alberti: Vom Hauswesen (Della Famiglia). Buch 4. MĂŒnchen 1986.
‱ Aristoteles: Nikomachische Ethik.
‱ Cicero, Marcus Tullius: Laelius. – Über die Freundschaft, Hrsg. von Robert Feger. Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-15-000868-3.
‱ Klaus-Dieter Eichler (Hrsg.): Philosophie der Freundschaft. Reclam, Leipzig 1999, ISBN 3-379-01669-1. Anthologie (Platon, Aristoteles, Cicero, Aelred von Rieval, Montaigne, Ashley-Cooper, HelvĂ©tius, David Hume, Frhr. v. Knigge, Kant, Kierkegaard, Schopenhauer, Nietzsche, Simmel, Karl Löwith, Carl Schmitt, Derrida, Gadamer, Michael Sandel), mit Bibliographie und zahlreichen Literaturangaben.
‱ Michel Foucault: Von der Freundschaft. Foucault im GesprĂ€ch, Berlin 1986.
‱ Bennett Helm: Friendship. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2017.
‱ Hasso Hofmann: Freund/Feind. In: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie online. Schwabe Verlag, 2007, ISBN 978-3-7965-3736-3, doi:10.24894/HWPh.1113.
‱ David Konstan: Friendship in the Classical World. Cambridge 1997.
‱ Martina Kumlehn: Warum man sich in KI (nicht) verlieben kann. Sprache, Beziehung, EmotionalitĂ€t und FiktionalitĂ€t als Herausforderungen religiöser Bildung im Umgang mit sprachgenerierender KI. In: Zeitschrift fĂŒr PĂ€dagogik und Theologie. Band 77, Nr. 4. De Gruyter, 22. November 2025, doi:10.1515/zpt-2025-2037.
‱ Katharina LĂŒcke: Unsere Fragen an die Freundschaft. In: Abenteuer Philosophie. Nr. 143, JĂ€nner 2016.
‱ Katharina MĂŒnchberg, Christian Reidenbach (Hrsg.): Freundschaft. Theorien und Poetiken. MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-7705-5370-9.
‱ Michel de Montaigne: Über die Freundschaft; Dreierlei Umgang: Freunde, Frauen, BĂŒcher. In: Essais. [anno 1580 ff.]
‱ Peter Prechtl, Franz-Peter Burkard: Freundschaft. In: Metzler Lexikon Philosophie. J.B. Metzler, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-476-05469-2, S. 190, doi:10.1007/978-3-476-05469-2_1.
‱ Brigitte Uhlemann: Freundschaft. In: J. Mittelstraß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. 2. Auflage. 2005, S. 573 f.
‱ Björn Vedder: Neue Freunde. Über Freundschaft in Zeiten von Facebook. transcript, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-8376-3868-4.
‱ Amalia Witt: Texte vererben. Über die Freundschaft zwischen Marie de Gournay und Michel de Montaigne. transcript, Bielefeld 2024, ISBN 978-3-8394-7253-8, doi:10.1515/9783839472538.

Soziologie

‱ Thomas Karlauf (Hrsg.): Deutsche Freunde – Zwölf DoppelportrĂ€ts. Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 978-3-499-60339-6.
‱ Alexandra Rapsch: Soziologie der Freundschaft. Historische und gesellschaftliche Bedeutung von Homer bis heute. Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-332-3.

Psychologie

‱ Angelika Ebrecht: Jenseits des Spiegels. Das VerhĂ€ltnis von Freundschaft, Geschlecht und Moral aus psychoanalytischer Sicht. In: Querelles. Jahrbuch fĂŒr Frauenforschung. 1998, S. 75–88, doi:10.1007/978-3-476-03742-8_5.

Literaturwissenschaft

‱ Manuel Braun: Ehe, Liebe, Freundschaft. Semantik der Vergesellschaftung im frĂŒhneuhochdeutschen Prosaroman (= FrĂŒhe Neuzeit. Band 60). Niemeyer, TĂŒbingen 2001, ISBN 3-484-36560-9.
‱ X. v. Ertzdorff: Höfische Freundschaft. In: Der Deutschunterricht. 14, 1962.
‱ Elisabeth Frenzel: Freundschaftsbeweis. In: Dies.: Motive der Weltliteratur. Ein Lexikon dichtungsgeschichtlicher LĂ€ngsschnitte (= Kröners Taschenausgabe. Band 301). 5., ĂŒberarbeitete und ergĂ€nzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1999, ISBN 3-520-30105-9.
‱ Carsten Gansel: Freundschaft und Literatur. BeitrĂ€ge zu einem kulturellen Problemfeld (= Untersuchungen zur deutschen Literaturgeschichte. Band 178). De Gruyter, 2025, ISBN 978-3-11-172685-4, doi:10.1515/9783111726854.
‱ Simon Godart: Montaigne undekonstruierbar. Rezeption der Essais in der Dekonstruktion. Die internationale Rezeption von Michel de Montaignes Essais: Formen, Deutungen, Konjunkturen. In: Andrea Grewe, Olav KrĂ€mer, Susanne SchlĂŒnder (Hrsg.): Die internationale Rezeption von Michel de Montaignes. Essais Formen, Deutungen, Konjunkturen (= spectrum Literaturwissenschaft / spectrum Literature Komparatistische Studien / Comparative Studies. Band 86). De Gruyter, 2026, ISBN 978-3-11-132193-6, S. 347–382, doi:10.1515/9783111321936-013.
‱ Katalin Horn: Freundschaft und Feindschaft. In: Kurt Ranke, Rolf Wilhelm Brednich (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden ErzĂ€hlforschung. Band 5. De Gruyter, Berlin / Boston 1987, ISBN 3-11-011763-0, Sp. 293–315.
‱ Thomas Kraft: Dichter-Freunde. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2024, ISBN 978-3-8260-8693-9.
‱ Anna Leyrer: Die Freundin. Beziehung und Geschlecht um 1900. Wallstein Verlag, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-3986-6.
‱ L. Mittner: Freundschaft und Liebe in der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts. In: Festschrift H. H. Borcherdt, 1962.
‱ Felix Florian MĂŒller: Transformierte IntimitĂ€ten. Liebe und Freundschaft in mittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen Übertragungen der â€șAeneisâ€č (= Transformationen der Antike. Band 67). De Gruyter Brill, Berlin / Boston, ISBN 978-3-11-065260-4, doi:10.1515/9783110652604.
‱ Helmut Puff: Von Freunden und Freundinnen. Freundschaftsdiskurs und -literatur im 16. Jahrhundert. In: WerkstattGeschichte 28/2001, S. 5–22 (pdf).
‱ Charlotte Schleiffer: Freundschaft erschreiben im Gegenwartsroman. Erinnerung – Projektion – Subjektivierung. Brill, 2021, ISBN 978-3-7705-6677-8.
‱ Matthias Standke: Freundschaft in OrdensgrĂŒnderlegenden. Funktionen legendarischen ErzĂ€hlens in lateinischen und volkssprachlichen Texten des Mittelalters (= Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte. Band 91). De Gryuter, Berlin / Boston 2017, ISBN 978-3-11-055437-3, doi:10.1515/9783110554373.
‱ Georg Stanitzek (Hrsg.): Semantik und Praktiken der Freundschaft im 18. Jahrhundert (= Bochumer Quellen und Forschungen zum 18. Jahrhundert. Band 12). Wehrhahn Verlag, Hannover 2022, ISBN 978-3-86525-967-7.
‱ Denise Theßeling: Verschwiegene Vertraute – idealer GefĂ€hrte – prekĂ€re Gemeinschaft. Pluralisation von Freundschaftssemantiken in höfischen Narrationen des hohen Mittelalters (= Schriften zur MediĂ€vistik. Band 32). Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2021, ISBN 978-3-339-12670-2.
‱ Elisabeth WĂ„ghĂ€ll: Dargestellte Welt – reale Welt. Freundschaft, Liebe und Familie in den Prosawerken Georg Wickrams. Lang, Bern / Berlin / Frankfurt a.M. / New York / Paris / Wien 1996, ISBN 3-906756-33-5.
‱ Hans Weichselbaum (Hrsg.): Andreas Latzko und Hermann Bahr. Eine Freundschaft aus rebellischem Geist. Der Briefwechsel 1919–1933 (= Forum: Österreich. Band 13). Frank & Timme, Berlin 2021, ISBN 978-3-7329-0695-6.

Geschichte

‱ Gerd Althoff: Verwandte, Freunde und Getreue. Zum politischen Stellenwert der Gruppenbindungen im frĂŒhen Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, ISBN 3-534-04125-9.
‱ Ulrike Weckel (Hrsg.): Freundschaft (= WerkstattGeschichte 28/2001). Klartext, Essen 2001.

Kunstgeschichte

‱ Sibylle Appuhn-Radtke, Esther P. Wipfler: Freundschaft. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Band X (2011 / 2012), Sp. 793–902.

Weblinks

Wikiquote: Freundschaft

– Zitate

Wiktionary: Freundschaft

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wikisource: Freundschaft

– Quellen und Volltexte

Commons

: Freundschaft

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Freundschaft im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Sabine Bobert: Was Freundschaften heute bedeuten können. Rundfunkbeitrag
‱ Das FreundschaftsverstĂ€ndnis von Kindern
‱ Aktuelle Literatur zur Freundschaft
‱ Soziale Netzwerke: Neue Freunde verdrĂ€ngen alte Freunde. Spiegel Online, 7. Januar 2014

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Freundschaft. duden.de; abgerufen am 16. November 2013.
cite-note-0-22. ↑ Freund, m. In: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm / Neubearbeitung (A–F). Version 01/25. digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities (woerterbuchnetz.de [abgerufen am 11. Januar 2026]).
cite-note-33. ↑ Freund im Etymologischen Wörterbuch nach Pfeifer im DWDS, abgerufen am 13. November 2013.
cite-note-44. ↑ spezi, m. Version 01/25. In: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities. Abgerufen am 11. Januar 2026.
cite-note-1-55. ↑ Spezel. In: Schweizerisches Idiotikon / Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Verein fĂŒr das Schweizerdeutsche Wörterbuch, abgerufen am 11. Januar 2026.
cite-note-66. ↑ Spezel, m. In: SĂŒdhessisches Wörterbuch. Hessisches Institut fĂŒr Landesgeschichte, abgerufen am 11. Januar 2026.
cite-note-77. ↑ Spezi im Etymologischen Wörterbuch nach Pfeifer, online im DWDS, abgerufen am 13. November 2013.
cite-note-88. ↑ Busenfreund. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 11. Januar 2026.
cite-note-99. ↑ Ferdinand Tönnies: Gemeinschaft und Gesellschaft, 6./7. Auflage, Berlin 1926, S. 15.
cite-note-1010. ↑ Ferdinand Tönnies: Gemeinschaft und Gesellschaft. 1. Buch, § 6
cite-note-1111. ↑ Siegfried Kracauer: Über die Freundschaft. Essays. Suhrkamp 1971, S. 46 f.
cite-note-1212. ↑ Robert R. Bell: Worlds of Friendship. London 1981, S. 10.
cite-note-1313. ↑ GĂŒnter Hartfiel, Karl-Heinz Hillmann: Wörterbuch der Soziologie (= Kröners Taschenausgabe. Band 410). 3. Auflage. Kröner, Stuttgart 1982, ISBN 3-520-41003-6, S. 224.
cite-note-1414. ↑ Michael Argyle, Monika Henderson: Die Anatomie menschlicher Beziehungen. Spielregeln des Zusammenlebens. Junfermann, Paderborn 1986, S. 80 f.
cite-note-1515. ↑ Robert Hays: Friendship. In: Steve Duck (Hrsg.): Handbook of personal Relationships. John Wiley and Sons, Chichester / New York u. a. 1988, S. 391–408, hier S. 391.
cite-note-1616. ↑ Ann Elisabeth Auhagen, Maria v. Salisch (Hrsg.): Zwischenmenschliche Beziehungen. Hogrefe, Göttingen 1993, S. 207.
cite-note-1717. ↑ Ursula Nötzold-Linden: Freundschaft: Zur Thematisierung einer vernachlĂ€ssigten soziologischen Kategorie. VS, 1994, ISBN 3-531-12551-6, S. 29.
cite-note-1818. ↑ Beide Zitate nach der Aristoteles-Werkausgabe 1956 (Berlin, Hg. Grumach), Band 6, S. 174.
1. Freundschaft und Feindschaft. In: Kurt Ranke, Rolf Wilhelm Brednich (Hrsg.): EnzyklopÀdie des MÀrchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden ErzÀhlforschung. Band 5. De Gruyter, Berlin / Boston 1987, ISBN 3-11-011763-0.
cite-note-2120. ↑ Elisheva Schoenfeld: Freundesprobe. In: Kurt Ranke, Rolf Wilhelm Brednich (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden ErzĂ€hlforschung. Band 5. De Gruyter, Berlin / Boston 1987, ISBN 3-11-011763-0, Sp. 287–293.
cite-note-2621. ↑ Joachim Bumke: Höfische Kultur. 11. Auflage. DTV, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-423-30170-8, S. 418.
cite-note-2722. ↑ Gerd Althoff: Verwandte, Freunde und Getreue. Zum politischen Stellenwert der Gruppenbindungen im frĂŒhen Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1990, ISBN 3-534-04125-9, S. 86 f.
cite-note-3023. ↑ Lina Herz: Der Hund. Der beste aller Freunde. Von Menschen und Hunden in mittelalterlicher Literatur. In: Judith Klinger, Andreas Krass (Hrsg.): Tiere. Begleiter des Menschen in der Literatur des Mittelalters. Böhlau Verlag, Köln / Wien 2017, ISBN 978-3-412-50658-2, S. 77–87, doi:10.7788/9783412506582-005.
cite-note-3124. ↑ Bernd Bastert: Das Pferd Bayard. Ritter hoch vier – das Wunderpferd Bayard und die 'Haymonskinder'. In: Judith Klinger, Andreas Krass (Hrsg.): Tiere. Begleiter des Menschen in der Literatur des Mittelalters. Böhlau Verlag, Berlin / Wien 2017, ISBN 978-3-412-50658-2, S. 47–60, doi:10.7788/9783412506582-003.
cite-note-3225. ↑ Ingird Bennewitz: Ein Hund, ein Sohn, eine Frau: Ziemlich beste Freunde und Feinde in der europĂ€ischen Literatur des Mittelalters. In: Ingrid Karsten, Laura Auteri (Hrsg.): TranskulturalitĂ€t und Translation. Deutsche Literatur des Mittelalters im europĂ€ischen Kontext. De Gruyter, Berlin / Boston 2017, ISBN 978-3-11-055643-8, S. 253–262, doi:10.1515/9783110556438-018 (zu Hunden und Pferden).
cite-note-3-3326. ↑ RĂŒdiger Schnell: Rez. zu „Ehe, Liebe, Freundschaft. Semantik der Vergesellschaftung im frĂŒhneuhochdeutschen Prosaroman“ von Markus Braun. In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur. Band 133, Nr. 3. S. Hirzel Verlag, 2004, S. 414 f., JSTOR:20658326 (Zur Einordnung von Brauns mitunter stark in die Kritik geratetenen Schlussfolgerungen, die auf seine wie hier zutreffenden Beobachtungen folgen, sei hier exemplarisch Schnells Rezension angefĂŒhrt.).
cite-note-4-3427. ↑ Manuel Braun: Ehe, Liebe, Freundschaft. Semantik der Vergesellschaftung im frĂŒhneuhochdeutschen Prosaroman (= FrĂŒhe Neuzeit. Band 60). Niemeyer, TĂŒbingen 2001, ISBN 3-484-36560-9, S. 293.
cite-note-3528. ↑ Arno Frank: Freunde, macht Schluss! In: Die Zeit, Nr. 48/2015